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Die  SPD  in Villingen-Schwenningen
 

„kostenfreie“ Wassertretanlage

Villingen-Schwenningen 10. August 2015

Wassertreten – Zahlt der Nutzer oder die Allgemeinheit?
Es war ziemlich genau vor fünf Jahren, als der damalige SPD-Vorsitzende und Stadtrat Harry Frey einen Anruf bekam: „Die Wassertretstelle im Kurpark sieht eklig aus. Schaut sie euch mal an, “ lautete die Botschaft. Für einige SPD-Vorstandsmitglieder war der erste Eindruck wirklich wenig einladend. Armbecken und Wassertretanlage schimmerten in schmutzigem Grün und Braun, als ob die Fliesen mit einem Belag überzogen wären. Sie waren aber sauber und glatt, das Wasser war kühl und erfrischend. Die SPD schlug damals eine gründliche Reinigung der Fliesen vor. Waltraud und Christian Kempa, die ganz in der Nähe wohnten, bestätigten allerdings, dass die Anlage kaum noch genutzt werde.
2010: SPD testet die ehemalige Kneipp-Anlage beim Villinger Kurpark
Bild: August 2010. SPD testet die ehemalige Kneipp-Anlage beim Villinger Kurpark – Bernd Schenkel, Waltraud Kempa, Silvia Wölfle und Harry Frey

Das war wohl der Grund, dass die Anlage nicht saniert, sondern stillgelegt wurde. Schon allein die Wasserkosten summierten sich im Jahr auf 20.000 Euro; dazu eine aufwändige Pflege, um das Becken sauber zu halten. Eine Sanierung von 180.000 Euro wurde im Gemeinderat diskutiert und als zu teuer verworfen.
Nun wird vom Kneipp-Verein ein neuer Anlauf gemacht. Um die Kneippanlage im Kneippbad zu nutzen, muss Eintritt fürs Bad bezahlt werden, 4,20 € tagsüber oder 3,10 € in den Früh- oder Abendstunden. Man wünscht eine öffentliche Anlage, die man „kostenfrei“ nutzen könnte. Mit dem „kostenfrei“ hat Stadtrat Bernd Schenkel ein Problem: „Jetzt bezahlt der Nutzer den Eintritt fürs Bad. Bei einer öffentlichen Anlage zahlt er nichts mehr. Dafür bezahlt aber der Steuerzahler für Investitions- und Unterhaltskosten ein Mehrfaches pro Kneipp-Gang. Es ist eigentlich nur eine Verschieben der Kosten vom Nutzer auf die Allgemeinheit“. Er empfiehlt, die schönen Wassertretanlagen in Tannheim oder im Kurpark in Bad Dürrheim zu nutzen.
Der Fraktionschef der SPD, Edgar Schurr, sieht die Sache lockerer. Ein solches Projekt müsse im Gemeinderat diskutiert werden, wenn belastbare Zahlen vorliegen. Edgar Schurr kann sich auch vorstellen, dass der Kneipp-Verein sich an den jährlichen Kosten und der laufenden Pflege der Anlage beteiligt. „Als Bürgerprojekt mit echter Bürgerbeteiligung hätte eine solche Anlage sicher mehr Chancen, verwirklicht zu werden.“

Für die Gemeinderatsfraktion Villingen-Schwenningen
Edgar Schurr,  Bernd Schenkel