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Die  SPD  in Villingen-Schwenningen
 

Sperrzeit: Klare Regelung muss her

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Eva-Maria Huber

Villingen-Schwenningen, 06.08.2015

Wann die Doppelstädter künftig ihr letztes Pils in den Gaststätten bestellen dürfen, das hängt nun am Gemeinderat.

Villingen-Schwenningen - Viele Kneipenbesucher wollen länger draußen und vor allem drinnen bleiben. Die Sperrzeitverkürzung landet wieder auf der kommunalpolitischen Agenda. Egal, was draus wird. Den ­Gastronomen aus Villingen-Schwenningen ist eines wichtig: Eine klare Regelung muss her.

Die SPD-Fraktion war es, die den Vorstoß gewagt und wie berichtet einen Antrag auf Verkürzung der Sperrzeiten in VS gestellt hatte. Im Gespräch sind freizügigere Reglements: So sollten Gastronomen der Doppelstadt unter der Woche je nach Bedarf bis 3 Uhr und an Wochenenden bis 5 Uhr aufmachen. Und auch bei der Außenbewirtschaftung sollte sich etwas tun: Warum sollten die Biergärten nicht bis 24 Uhr offen haben dürfen, fragt sich Nicola Schurr.

Solche Diskussionsbeiträge und Vorstöße sind ganz im Sinne von Jan Christoph Uhl, Kommunalpolitiker und Ga­stronom. "Ich kann den Antrag absolut unterstützen", meint er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Wenn die Sperrzeitenregelung liberalisiert würde, pocht auch er auf eine einheitliche Regelung im gesamten Stadtgebiet. "Die Regeln sollten für alle gelten." Das Land gebe ohnehin den Spielraum für die Sperrzeiten vor, "und bei uns wird dies besonders restriktiv gehandhabt", spielt er darauf an, dass in Baden-Württemberg diese Zeiten großzügiger ausfallen als in VS: Unter der Woche dürfe bis 3 Uhr geöffnet bleiben und am Wochenende bis 5 Uhr. In VS ist das gastronomische Vergnügen unter der Woche um 1 Uhr vorbei, am Wochenende um 3 Uhr. "Wenn wir wenigstens unter der Woche für einen Tag bis 3 Uhr öffnen könnten, wäre uns viel geholfen", bemerkt Uhl.

Auch einem anderen ­Gastro-Mann aus VS könnte viel geholfen werden mit einer Änderung, wie sie die SPD-Fraktion vorschlägt. Michael Staiger fordert für die Zukunft "klare Regeln und zwar für alle". Der langjährige Gastronom und Dehoga-Kreisvorsitzende möchte nicht nur für VS und den Schwarzwald-Baar-Kreis, sondern auch für ganz Baden-Württemberg eine einheitliche Lösung, im Sinne eines "fairen Wettbewerbs". Für ein neues Reglement sei die Zeit mehr als reif: "Wir wollen unsere jungen Leute ja schließlich nicht aus der Stadt treiben." Sein Kompromissvorschlag für die Außenbewirtschaftung: "Mit einer 23-Uhr-Regelung wären wir gut aufgehoben."

Das Argument Lärmbelästigung lassen weder Uhl noch Staiger gelten. "Wenn es Lärmbelästigungen gibt, dann muss man generell reagieren", ob das um 1 Uhr oder 3 Uhr sei. "Das hat nicht viel mit den Sperrzeiten zu tun." Nicola Schurr sieht sogar eine Entzerrung: "Wenn die Kneipen länger offen haben, "dann verteile sich alles viel besser" und die Gäste kommen nicht alle auf einmal heraus. Wann die Doppelstädter künftig ihr letztes Pils bestellen dürfen, das hängt nun am Gemeinderat. Die Stadt begnügt sich mit einer "überwiegend neutralen und vermittelnden Position", bemerkt Oxana Brunner von der Pressestelle der Stadt.

Von Eva-Maria Huber

Darauf sollte man anstoßen: Die SPD-Fraktion bringt etwas auf die politische Tagesordnung, was schon längst überfällig ist. Die Sperrzeiten sind reif für eine grundlegende Änderung. Es spricht nichts für eine saubere Linie, wenn sich sogar innerhalb des Stadtgebiets die Regeln unterscheiden. Anders als bei der Getränkekarte der einzelne Betriebe sollte ein einheitlicher Inhalt her.

Wir wollen auch nicht länger zu den Baden-Württembergern gehören, bei denen die Bürgersteige mit am frühesten hochgeklappt werden. Wenn wir jüngere Leute hierbehalten möchten, dürfen wir nicht die Lokale schließen, wenn für die Generation 20plus der Spaß erst losgeht. Mehr Lärm, warum denn? VS liegt doch nicht in Spanien, die langen Abende sind begrenzt. Wetten, dass sich die Wirte ins Zeug legen werden, damit ihre Gäste auch etwas später ruhig das Lokal verlassen?