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Die  SPD  in Villingen-Schwenningen
 

SPD-Fraktion erörtert Mangin

Villingen-Schwenningen, 1. Juli 2015

‚Soziales Wohnen‘ im früheren Kasernengelände

SPD-Fraktion sieht große Entwicklungschancen

Nach dem Besuch des Mangin-Geländes am Tag der offenen Tür vor zwei Wochen traf sich die SPD-Fraktion, um die Entwicklungsmöglichkeiten auf dieser 7,6 Hektar großen Fläche in Ruhe zu erörtern. Als Fachmann hatte die Fraktion den Leiter des Amts für Stadtentwicklung, Henning Keune, eingeladen.
Die Gebäude auf dem Kasernengelände wurden in den 1930er Jahren, im Rahmen der Aufrüstung des Dritten Reichs gebaut. Das Areal wurde ‚Neue Richthofen Kaserne‘ genannt. Während der Nutzung durch französische Verbände nach 1945 wurden weitere Gebäude, vor allem Fahrzeughallen, dazu gebaut. Wenn der Bund das Gelände nun verkauft, hat die Stadt ein Erstzugriffsrecht. Sie muss dafür den Verkehrswert bezahlen. Es findet also kein Bieterverfahren statt, in dem etwa ein privater Investor, als Höchstbietender, das Grundstück erwerben könnte. Wenn die Stadt das Erstzugriffsrecht ausübt, muss sie allerdings sicherstellen, dass das Gelände für einen ‚öffentliche Zweck‘ verwendet wird. Dies kann Wohnungsbau mit sozialer Bindung sein oder Verwaltungs-gebäude oder soziale Einrichtungen.
Für Stadtentwickler Henning Keune wie auch für die SPD-Fraktion ist klar, dass Wohnungsbau ein Kernelement der zukünftigen Nutzung des Kasernenareals sein wird. Wichtig dabei sei, so Edgar Schurr, ein breiter ‚Wohnungsmix‘. Für günstigen Wohnraum will das „Bündnis für Faires Wohnen“ sorgen, zu dem sich vier Wohnungsbau-Gesellschaften der Stadt zusammengeschlossen haben.
Ina Klietz regte an, der Aspekt ‚soziales Wohnen‘ sollte von Anfang an berücksichtigt werden. Ein neues Wohngebiet brauche als Treffpunkt ein Café, einen Raum, der für Familienfeste und Veranstaltungen angemietet werden könne, brauche ein Quartiersmanagement: „Wenn hier ein neues Wohnquartier entsteht, so muss das ein sozial-innovatives Projekt werden.“

Für die SPD-Fraktion war es wichtig zu erfahren, welche Gebäude erhaltenswert sind und wo Neubauten die bessere Lösung sind.
Luftbild des Geländes
(Bild: Amt für Stadtentwicklung)

An einem Luftbild verdeutlichte Henning Keune die Fixpunkte. Die roten Gebäude mit den Nummern 1 bis 4 stehen unter Denkmalschutz und müssen erhalten werden: 1. Offiziers-kasino (Ecke Kirnacher/Richthofen-Straße), 2. Waffenschmiede 3. Pferdelazarett, 4. Maison de France. Den großen Block Nr. 5 würde Keune ebenfalls gerne erhalten. Er habe eine gute Bausubstanz und schirme das Gelände zur viel befahrenen Richthofenstraße hin ab. Dieses Gebäude könnte als Verwaltungsgebäude genutzt werden. Die gelben Gebäude sind aus Sicht des Amts für Stadtentwicklung nicht erhaltenswert.
Diskutiert wurde die zukünftige Verwendung des Ausbildungszentrums mit Kino Nr. 6. Von der Größe und Raumeinteilung her wäre es denkbar, das Haus als Ersatz für das bisherige Jugendhaus in der Kalkofenstraße zu nutzen. Es stellte sich jedoch die Frage, ob an dieser Stelle nicht erneut Nachbarschaftskonflikte wegen lauter Musik entstehen könnten. Überlegenswert ist eine Nutzung als Jugendzentrum nur, so sieht es die Fraktion, wenn die umliegenden Gebäude nicht als Wohngebäude vorgesehen werden.
Bild der Diskussionsrunde
Das Thema Mangin diskutierten:
Inge Holtzhauer, Rosemarie Müller-Viereckel, Brigitte Zahn-Feist, Edgar Schurr, der Leiter des Amts für Stadtentwicklung Henning Keune, Silvia Wölfle, Siegfried Heinzmann, Daniel Künkel, Ina Klietz und Bernd Lohmiller

Bei der Frage eines Verwaltungszentrums strebt die SPD-Fraktion an, dass neben den beiden Rathäusern die städtischen Ämter auf nur ein weiteres Gebäude konzentriert werden. So werde nicht nur der Bürgerentscheid ‚Die Verwaltung bleibt dezentral‘ umgesetzt, sondern auch das Ziel einer sparsameren, wirtschaftlicheren Verwaltung erreicht. „Die Verwaltung weiterhin auf 13 Gebäude zu verteilen ist reine Geldverschwendung“, stellt Silvia Wölfle dazu fest.
Offen blieb die Frage, ob das Mangin-Gelände der ideale Standort für ein städtisches Verwaltungszentrum ist. Für die Stadträte Bernd Schenkel und Silvia Wölfle wäre der Zentralbereich, nahe beim Zentralklinikum und dem Wohngebiet Schilterhäusle, der ideale Platz, die Mitte zwischen den beiden großen Stadtbezirken. Fraktionschef Edgar Schurr tendiert eindeutig zum Mangingelände: „Das wäre eine Riesenchance.“ Der Gemeinderat muss sich hier möglichst bald zu einer Grundsatzentscheidung durchringen.

Bernd Schenkel