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Die  SPD  in Villingen-Schwenningen
 

Kasernengelände Mangin soll neuen Namen erhalten

Südkurier
Gerhard Hauser

Villingen-Schwenningen 08.04.2015

In Villingen-Schwenningen plädieren verschiedene politische Kräfte für eine neue Bezeichnung. Mangin gilt vor dem Ersten Weltkrieg als General der deutsch-französischen Konfrontation. Das gilt als nicht mehr zeitgemäß.

Quartier Mangin hieß die Kaserne bei den Franzosen. Dieser Name soll aber nicht beibehalten werden. Dafür machen sich in Villingen-Schwenningen verschiedene politische Kräfte stark.

Die Diskussion um einen neuen Namen für das frühere Kasernengelände Mangin nimmt Fahrt auf. Es zeichnet sich eine breite politische Mehrheit dafür ab, dass eine neue Bezeichnung zunächst für Mangin, dann aber auch für den Bereich Lyautey gewählt wird. Die Frage ist nur: Welche?
Gestern meldeten sich die Sozialdemokraten zu Wort:

Den Vorschlag der Freien Wähler, das Mangin-Gelände umzubenennen, trage die Gemeinderatsfraktion mit, teilte Fraktionssprecher Edgar Schurr mit. Während die Freien Wähler jedoch für Mangin, wie auch für Lyautey einen Gewannnamen favorisieren, schlagen die Sozialdemokraten für Mangin, Jean Jaurès, einen ermordeten französischen Sozialisten vor. Die Geschichte und vor allem der Wandel im deutsch-französischen Verhältnis, vom Besatzer und Befreier zum Verbündeten und Freund, könne der Name Jean Jaurès am Besten Rechnung tragen.

Während Charles Mangin ein Mann des Krieges, ein Mann der deutsch-französischen Konfrontation und des Hasses gewesen sei, blieb Jaurès laut SPD, selbst in den nationalistisch aufgeheizten Wochen vor dem Ersten Weltkrieg, ein Mann des Friedens, ein Mann, der verzweifelt für eine deutsch-französische Verständigung warb. Diese Haltung musste er am 31. Juli 1914 mit dem Leben bezahlen, heißt es im Antrag der Sozialdemokraten an Oberbürgermeister Rupert Kubon.
Auch Kubon tritt für eine Namensänderung ein

Er sehe diesen Vorstoß positiv, ließ er über Sprecherin Oxana Brunner mitteilen. Dass die künftigen Wohngebiete die Namen der beiden französischen Generäle Hubert Lyautay und Charles Mangin tragen, sei „nicht mehr zeitgemäß“. Ausgenommen von der Diskussion sei das bereits fertig gestellte Welvert-Areal, dessen Namen sich eingebürgert hat.
Die Verwaltung werde laut Brunner nun die unterschiedlichen Vorschläge sammeln, sie möglicherweise durch eigene ergänzen, und sie dem Gemeinderat zur Abstimmung vorlegen. Völlig offen ist derzeit, welche Namen die Straßen in beiden Vierteln tragen sollen.