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Esther Strube schreibt furtwänglerisch: Vezifferet im Schlof

Der ultimative Test für "Nei'gschmekte":
Die Autorin Esther Strube (SPD Furtwangen) stellt uns auf die Probe

Südkurier: Furtwangen 27.12.2011
„Brigitt“ Esther Strube: Vezifferet im Schlof
Vezifferet im SchlofJa sag emol – wa isch au des? Des isch doch ganz gwiss it mii Subbermärkt!
Grad s Härz käit mer in d Hose! Velore – scho des Geräisch loßt mer s Bluet in de n-Odere gfriäre. Surre, ruusche – un ich? Velore n-in dere Riesehalle, niämols isch des mii Subermärkt! Bis ans End der Wält nint wiä Regal – Bigse, Päckli, Guggele! Muederseelenenelai in dere Riesehalle n-inne, ich!
Vezwiiflet – wiä uf eme Laufband fir Schlachtvieh! In dem Lade, des isch doch gar kei Lade, wo sin bloß Anderlitt? Worum bin ich so ellai, i han doch bloß welle no e baar Kleinikeite n-iikaufe. I han doch awl genau gwißt wa uf jedem Päckli schtoht, d Farb, d Uffmachung, ätz weiß i schiär nimmi wer i bin un worum un wa i han welle. Diä unendlich viele Regal mit unendlich viel Päckli, Biiße, Guggele, Flasche, wo sich ganz wit usse n-im Fiischtere veliäre – mir krampft sich alles zemme, s Härz, de Kopf, de Mage, räschtlos velore bin-i!
Des Geräisch – grau-in-gran un iberaal nuu Päckli, Päckli, Guggele, Bigse mit Zahle druff – alles nuu Zahle – nai Ziffere, n-Achter, Zweier, Siebener, Fimfer – s vegoht mer grad vor de n-Auge, niänderd au nuu ei einzig kleimunzig Buechtschäbli – Hiiilfe!!!
Der Bläär wo ich abglau han, hettig Doodi ufwecke kinne: „ I will doch nuu en Häfedaig mache, n-aber Suurkrutt un Bibbilikäs bruuch i au no, Hiäneraugepflaschter un Wäschmähl. Mi Bläär vehallt gwiß amenord z hinderscht im hinderschte Wältraum hinde!
In dem Inferno vo miim eigene Gschrai, heer i no so e schäbberigi Schtimm – nai Schtimm kaasch it sage – so en blächerne Ton: „Sie müssen die Nummer wissen, das Personal kennt keine Wörter mehr, sie müssen die Nummer wissen, Zeit – ist – Geld! Jede Ziffer symbolisiert einen Buchsta-ben!“ E Scheme von Sidegox un Vatermärder – diä Ansag goht von vorne loos – mein ich wenigschtens, ich veschtand sowiäso nind meh – sin mir äz alli vezifferet un durch-nummeriärt?
Au Paula un d Lydia – sie müssen die Nummer wissen, sie müssen die Nummer wissen – wohär soll ich wisse, wa Hiäneraugepflaschter fir e Nummere n-isch? Oder Bibblilikäs? Oder s Ipsilon von de Lydia? Isch denn di ganz Wält verzifferet, au mir? Au ich? Mir lebendige Litt? Ja nadierlich – frog emol Krankekass oder s Finanzamt! Ich fang aa mit Ibersetze – n-aber ohni Zättel un Bläiwiis? Nai, in so ere Wält will ich it läbe,nai, ich will it – also s A isch en Einser, B isch en Zweier, nai ich will it, ich will it – mich schittlets un schittlets …
„Brigitt, wa isch mit der, Brigitt“ – lebendigi Hend – naßgschwitzt bin i, i miim Bett bin i. Mii Zuckermali huckt ganz vegelschteret im Bett, „wa isch au mit dir los?“ – „Mir häts draimt“ – ich schliäf ganz noh ane naa, nai er isch wirklich kai Nummere, wiä vezifferet mer Zuckermali? Gohts mir guet! Schlof noweng, s-isch erscht halberfimfi!